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Im vergangenen Winter stand das Thema Gefahrgut auf dem Dienstplan. Bei den Theorieübungen konzentrierte man sich auf das Erkennen eines Fahrzeugs, das Gefahrgut transportiert, die Kennzeichnung der Gefahrgüter mit Warnsymbolen und UN-Gefahrstoffnummern sowie das richtige Vorgehen im Einsatzfall. Jetzt, bei unserer ersten Ferienübung, die, wie in den Jahren zuvor auch, etwas aufwändiger vorbereitet wurde und für die Übungsteilnehmer wie ein Einsatz ablief, war die Gelegenheit, das Gelernte anzuwenden. Was war passiert: An einem Gefahrgutlastwagen war der rechte Vorderreifen in Brand geraten und geplatzt, der Fahrer erschrak und schleuderte auf eine Gartenmauer, wodurch seine nicht ausreichend gesicherte Ladung beschädigt wurde. Danach brachte er sich in Sicherheit. Ein Anwohner alarmierte die Feuerwehr, über Notruf 112, zu einem brennenden LKW.
Unser Einsatzleiter, Thomas Polster, erkannte bei der Anfahrt mit dem MTW gleich die orangefarbene Gefahrgutwarntafel am Fahrzeug und wies die nachrückenden Kräfte auf den einzuhaltenden Sicherheitsabstand für Mannschaft und Fahrzeuge über Funk hin. Beim Eintreffen der Feuerwehr wurde folgende Übungslage festgestellt: Der LKW brennt im Bereich zwischen Führerhaus und Ladefläche, die transportierten Gefahrgutbehälter sind auf der offenen Ladefläche umgekippt, beschädigt und laufen zum Teil aus, sind aber vom Brand bislang nicht betroffen.
Der LKW-Fahrer konnte dem Einsatzleiter nicht viel weiter helfen, da er unter Schock stand. Er wurde bis zum Eintreffen des DRK von einem Feuerwehrmann betreut. Ein Trupp unter Atemschutz suchte im Fahrzeug nach den Sicherheitsdatenblättern für die Gefahrstoffe und notierte die UN-Nummern auf den Behältern. Ein weiterer AT-Trupp löschte parallel dazu den Fahrzeugbrand. Anhand der Sicherheitsdatenblätter konnte festgestellt werden, dass alle transportierten Gefahrstoffe mit Wasser gelöscht werden dürfen und stark verdünnt in die Kanalisation eingeleitet werden können, so dass ein Abdichten der Kanaleinläufe nicht nötig war.
Im Ernstfall wäre über die Leitstelle das Klärwerk informiert worden, welche Mengen des Stoffs eingespült werden, damit die Kläranlage die entsprechenden Reinigungs- und Prüfmaßnahmen durchführen kann. Gefahrguttransporte finden sehr viel häufiger statt, als man denkt, und oft auch mit kleinen Transportfahrzeugen abseits der Autobahn oder Bahnstrecke. Deswegen ist es auch für eine kleine Feuerwehr wie in Holzmaden wichtig, sich auf diesen möglichen Einsatzfall vorzubereiten, um Mensch und Umwelt vor weiteren Gefahren zu schützen.
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Ferienübung “Gefahrgut” 08.08.2011 |